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    Lead-Score berechnen: Welche Faktoren entscheiden ueber die Qualitaet einer GaLaBau-Anfrage?

    Du bekommst 20 Anfragen pro Monat. Du schreibst 12 Angebote. Du gewinnst 3 Auftraege. Die anderen 17 sind nicht weg, weil dein Angebot schlecht war - sie waren von Anfang an unwahrscheinlich. Ein Lead-Score sortiert das vorher, nicht nachher.

    8 Min. Lesezeit
    Dennis Benter — Avatar
    Dennis Benter

    Gründer · GartenAIden

    Was ist ein Lead-Score und wozu brauchst du ihn?

    Ein Lead-Score ist eine Zahl zwischen 0 und 100, die zusammenfasst, wie wahrscheinlich eine Anfrage zu einem Auftrag wird. Er ist nicht magisch — er macht nur dein Bauchgefühl explizit und damit zwischen verschiedenen Anfragen vergleichbar. Statt „Die fühlt sich gut an" sagst du: „Score 78, Budget passt, Foto vorhanden, Region innerhalb 20 km" — und kannst diese Bewertung auch deinem Polier oder einem neuen Mitarbeiter erklären.

    Der Hauptnutzen ist Priorisierung: Bei 20 Anfragen im Monat hast du nicht die Zeit, alle gleich gründlich zu bearbeiten. Ein Score sagt dir, welche drei du als Erstes anrufst, welche acht eine Standard-Mail bekommen und welche neun nur eine kurze, höfliche Antwort verdient haben. Eine breitere Einordnung der Methodik findest du im Beitrag Leadgenerierung im GaLaBau.

    Welche sechs Faktoren bestimmen die Qualität einer GaLaBau-Anfrage?

    In der Praxis bilden sechs Faktoren den Großteil der Aussagekraft. Sie sind alle messbar — aus dem, was der Interessent in deinem Anfrageformular oder Widget angegeben hat — und keiner verlangt eine Vorortbesichtigung.

    1. Foto-Upload

    Der stärkste einzelne Indikator. Wer ein Foto seines Bestandsgartens hochlädt, hat bereits investiert: Handy gezückt, Foto gemacht, hochgeladen. Diese Mikro-Verbindlichkeit korreliert in unseren Pilot-Daten am stärksten mit der späteren Auftragswahrscheinlichkeit. Vergleichspreis-Sammler überspringen den Foto-Upload fast immer.

    2. Vollständigkeit der Angaben

    Wie viele Schritte des Anfrage-Prozesses hat der Interessent durchlaufen? Wer nach drei Pflichtfeldern abbricht, ist selten ernsthaft. Wer auch optionale Felder ausfüllt — Pflegeaufwand, Stil-Präzisierung, Anbau-Elemente — zeigt Engagement, das mit hoher Auftragswahrscheinlichkeit korreliert.

    3. Budgetindikation

    Direkt nach dem Budget zu fragen senkt das Vertrauen — viele Interessenten überschätzen oder unterschätzen reflexhaft. Stabiler ist eine indirekte Ableitung aus Stil × Fläche × Region. Wer 600 m² Naturgarten mit Pool und Pergola will, signalisiert ein anderes Budget als jemand mit 80 m² „Zen-Garten ohne Aufwand". Ein Lead-Score-Modell, das Budget aus Sub-Antworten ableitet, ist robuster als eines mit direkter Frage.

    4. Region und PLZ

    Liegt die Adresse im engen Servicegebiet? Wie weit ist die Anfahrt? Passt die Klimazone zu den geäußerten Stilwünschen (mediterran in Klimazone 7 funktioniert begrenzt)? Eine Anfrage 200 km entfernt ist auch mit perfektem Foto und realistischem Budget meistens kein Auftrag.

    5. Projekttyp und Stil-Konsistenz

    Pflege, Umgestaltung, Neugestaltung haben unterschiedliche typische Auftragsgrößen — aber jeder Typ kann profitabel sein. Wichtiger ist Konsistenz: Naturgarten + Pool ist ein harter Stil-Konflikt, der ohne Klärung selten in einen abgeschlossenen Auftrag mündet. Japanisch + Kinderspiel ebenso. Solche Inkonsistenzen ziehen Punkte ab, weil sie zusätzliche Klärungsschritte verlangen.

    6. Flächen-Plausibilität

    Der typische Privatgarten in Deutschland liegt zwischen 80 und 1.000 m². Werte außerhalb (unter 50 m² oder über 2.000 m²) sind nicht automatisch schlecht, aber sie verlangen Sonderbehandlung — andere Maschinen, andere Logistik, andere Kalkulation. Im automatisierten Score zieht das Punkte ab, weil Standard-Prozesse seltener greifen.

    Wie gewichten sich die Faktoren in einem konkreten Scoring-Modell?

    Eine Variante mit klaren Gewichten, die du sofort anwenden kannst:

    FaktorMaxVoll, wenn …Null, wenn …
    Foto-Upload25Foto vorhanden + erkennbarkein Foto
    Vollständigkeit20alle Pflicht- + 80 % der optionalen FelderAbbruch in den ersten 3 Schritten
    Budgetindikation20Indikation passt zum MindestauftragswertIndikation unter Mindestbudget
    Region / PLZ15PLZ im engen Servicegebietaußerhalb Servicegebiet
    Projekttyp & Stil-Konsistenz10Stil + Nutzung stimmig, kein Konfliktharter Stil-Konflikt unaufgelöst
    Flächen-Plausibilität10Fläche im Korridor 80–1.000 m²< 50 m² oder > 5.000 m²
    Summe100

    Der Score ist additiv: jede positive Bedingung gibt volle Punkte, teilweise erfüllt entsprechend anteilig. Die Gewichte sind kein Naturgesetz — sie sind das Ergebnis aus Pilot-Daten und der Beobachtung, was in Beratungen tatsächlich Auftrags-Treiber war. Passe sie deinem Geschäft an, wenn du nach 20–30 abgeschlossenen Aufträgen merkst, dass z. B. die Region in deinem Fall stärker zählt als der Foto-Upload.

    Score-Bänder im Praxis-Einsatz

    • A — 80 bis 100: direkte Reaktion innerhalb 24 Stunden. Anruf statt E-Mail.
    • B — 60 bis 79: Briefing studieren, Angebot innerhalb 48 Stunden. Vorortbesichtigung lohnt.
    • C — 40 bis 59: Standard-Antwort mit gezielter Rückfrage zur fehlenden Info. Vorortbesichtigung erst nach Klärung.
    • D — unter 40: kurze, höfliche Standardantwort. Keine Vorortbesichtigung.

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    Welche Anfragen lohnen sich nicht — und warum es OK ist, sie abzulehnen?

    Eine niedrige Score-Anfrage ist kein gescheiterter Lead — sie ist eine eingesparte Stunde. Drei Muster, bei denen Ablehnung effizienter ist als Bearbeitung:

    1. Region klar außerhalb Servicegebiet. Eine Anfrage 150 km entfernt ist auch mit Score 90 selten profitabel — Anfahrt frisst den Deckungsbeitrag. Höfliche Absage mit Empfehlung an einen Kollegen ist die professionellere Antwort als ein „Wir melden uns"-Limbo.
    2. Budget weit unter Mindestauftragswert. Wenn jemand 80 m² Komplett-Neuanlage für 2.000 € erwartet, ist das kein Auftrag, der bei Klarheit zustande kommt. Ein freundlicher Hinweis auf realistische Größenordnungen (oder ein automatischer Nein-Pfad im Widget, der den Lead gar nicht erst erstellt) spart beiden Seiten den frustrierenden Erstkontakt. Mehr dazu im Beitrag Kontaktformular vs. KI-Widget.
    3. Score unter 30 ohne klar fehlende Einzelinfo. Wenn es kein einzelnes fehlendes Foto und kein einzelnes fehlendes Pflichtfeld ist, sondern systematisch wenig Engagement — dann ist eine Standard-Antwort die richtige Reaktion, nicht ein individuelles Angebot.

    Was machst du mit Borderline-Scores zwischen 40 und 60?

    Diese Spanne ist die produktivste — und die anstrengendste. Hier liegt das meiste Potenzial, weil eine einzige fehlende Info den Score oft auf 70+ heben kann. Die Standard-Reaktion ist eine gezielte Rückfrage:

    • Score 55, alles passt, nur kein Foto → „Können Sie ein Foto Ihres Gartens schicken?"
    • Score 50, Stil + Fläche klar, Budgetindikation niedrig → „Welche Größenordnung haben Sie sich preislich vorgestellt?"
    • Score 45, vollständig, aber harter Stil-Konflikt → „Naturgarten und Pool sind selten gemeinsam möglich — welcher Aspekt ist Ihnen wichtiger?"

    Eine zweite Rückfrage lohnt sich selten. Wer nach der ersten gezielten Frage nicht antwortet, war meist nie ernsthaft — und du hast deine Zeit gespart, ohne unfreundlich gewesen zu sein.

    Wie integrierst du den Lead-Score in deinen Tagesablauf?

    Drei kleine Routinen genügen — keine Software-Großprojekte:

    1. Score am Morgen sortieren. Statt nach Eingangszeit nach Score absteigend sortieren. A-Anfragen zuerst.
    2. Antwort-Vorlagen pro Score-Band. Drei Texte: A (persönliche Antwort + Anrufankündigung), B (Briefing-Bestätigung + Termin-Link), C (Rückfrage), D (höfliche Absage). Spart pro Anfrage 5 Minuten.
    3. Score nach 20 Aufträgen kalibrieren. Welche Faktoren waren bei deinen tatsächlich gewonnenen Aufträgen am stärksten? Passe Gewichte an, wenn Realität stärker abweicht. Eine breitere Einordnung der relevanten Tools steht im Beitrag GaLaBau Software 2026; was die Automation realistisch kostet, im Beitrag KI-Lead-Tool Kosten-Check.

    FAQ

    Was ist ein Lead-Score im GaLaBau?
    Ein Lead-Score ist eine Zahl zwischen 0 und 100, die zusammenfasst, wie wahrscheinlich eine Anfrage zu einem Auftrag wird. Im GaLaBau setzt er sich typischerweise aus sechs Faktoren zusammen: Foto-Upload, Vollstaendigkeit der Angaben, Budgetindikation, Region/PLZ, Projekttyp und Flaehen-Plausibilitaet. Der Score ersetzt kein Bauchgefuehl - er macht es nur explizit und damit reproduzierbar zwischen verschiedenen Anfragen vergleichbar.
    Welche Faktoren zaehlen am staerksten bei der Bewertung einer Anfrage?
    Drei Faktoren tragen den Grossteil des Scores: Foto-Upload (signalisiert Verbindlichkeit), Vollstaendigkeit der Angaben (zeigt Ernsthaftigkeit) und Budgetindikation (filtert sofort unrealistische Anfragen). Region/PLZ entscheidet, ob das Projekt ueberhaupt zu deinem Servicegebiet passt. Projekttyp und Flaehen-Plausibilitaet sind weichere Faktoren, die eher Edge-Cases abfangen.
    Ab welchem Lead-Score lohnt sich eine Vorortbesichtigung?
    In der Praxis ab 70+. Bei diesem Score sind Foto, Budget, Region und Vollstaendigkeit alle positiv - die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angebot zum Auftrag wird, liegt erfahrungsgemaess deutlich ueber 25 %. Unter 60 lohnt sich erst eine Rueckfrage zur Klaerung der groessten Unbekannten, bevor du Anfahrtszeit investierst. Werte unter 40 selten mit Vorortbesichtigung.
    Kann ich einen Lead-Score selbst manuell berechnen?
    Ja, mit einer einfachen Punkte-Tabelle und ein paar Minuten pro Anfrage. Das funktioniert, solange du wenige Anfragen hast. Bei 15+ Anfragen pro Monat wird die manuelle Berechnung zur eigenen Last - dann lohnt ein Tool, das Stil, Flaeche, Region, Foto-Upload und Vollstaendigkeit automatisch zu einem Score verrechnet.
    Wie unterscheidet sich Lead-Score von Lead-Quality?
    Lead-Score ist die Zahl, die du aus messbaren Faktoren berechnest, bevor du den Lead bearbeitest. Lead-Quality ist das Ergebnis im Nachhinein: Wurde das Projekt zum Auftrag, hatte es das erwartete Volumen, war die Marge wie kalkuliert? Idealerweise stimmen beide ueberein - wenn nicht, lerne aus der Differenz und passe die Score-Gewichtung an.
    Was mache ich mit einer Anfrage, deren Score unter 30 liegt?
    Eine kurze, hoefliche Standardantwort innerhalb von 24 Stunden - kein Angebot, kein Vor-Ort-Termin. Wenn der Score wegen einer fehlenden Information so niedrig ist (z. B. fehlt nur das Foto), kann eine einzige Rueckfrage den Score deutlich heben. Bei systematisch niedrigem Score (Region ausserhalb Servicegebiet, Budget weit unter Mindestauftragswert) gehoert eine freundliche Absage zum Standard - sie spart beiden Seiten Zeit.

    Hinweis: Die genannten Score-Gewichte basieren auf Pilot-Daten und Branchenerfahrung. Für deinen Betrieb können andere Gewichtungen besser passen — der Punkt eines Scores ist, dass er messbar und damit anpassbar bleibt.

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